März 12, 2009
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Es waren einmal ein Brüderchen und Schwesterchen, die beide im Lenz geboren waren. Das Brüderchen hatte sein Wiegenfest zu Beginn des Frühjahrs, wenn die Tulpen ihre roten Köpfchen langsam aus der Erde reckten. Das Schwesterchen ward im Wonnemonat Mai geboren, wo stets eitel Sonnenschein die Fahrräder aus den Kellern holte.
Das Brüderchen ging gern zum Teich im Wald und fing Molche in einem Glas und fütterte das Getier mit kleinen Würmern. Manchmal nahm das Brüderchen auch sein Angelzeug mit zum See, und wenn es ein Fischchen gefangen hatte, dann betrachtete es diese in einem Eimerchen und warf sie dann zurück in das Wasser. Das Schwesterchen aber fürchtete sich vor den Würmern und mochte die stummen Fische nicht berühren. Eines Tages begleitete das Schwesterchen das Brüderchen zum Teich im Wald, da wurde das Geschwisterpaar von einem Hirschkäfer angesprochen ‘Kinder wohin des Weges?’ Das Brüderchen antwortete ganz keck ‘Wir sind auf dem Weg zum großen See’, denn es dachte sich ‘Ei, ist das ein dicker schöner Käfer, den will ich wohl locken, fangen und dann kann ich ihn bewundern alle Tage lang.’ Der Käfer aber konnte in die Gedanken der Kinder schauen, und als er sah, was das Brüderchen dachte, da sprach er einen Zauber aus, und aus dem Brüderchen ward ein Rehkitz geworden.
Da weinte das Schwesterchen bittere Tränen, aber der Käfer war verschwunden, und das Rehkitz ließ das Köpfchen hängen. Das Schwesterchen seufzte und nahm das Rehkitz beim Öhrchen und führte es durch den Wald bis …
Und die Moral? Sollte es nicht eigentlich wie im Titel vollmundig angekündigt, um Fahrrad und Tulpen gehen? An den, dem diese Zeilen gewidmet sind: Er lese nun aufmerksam zu!
Rote Tulpen soll es regnen,
ganz allein für Dich!
Das Ende der Geschichte
erfährst Du bald durch mich.
Fahr rad – ein – guter teuer?
Nicht mehr als bald ein Neuer!
Das fahr rad der Gedichte?
Plapperndes Gelichte!
Dein Schwesterchen!
